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was uns beflügelt glückserlebnis singen aus GEO 03 / März 2007 von Johanna Romberg [...] Seit einiger Zeit wird die Magie des Singens neu entdeckt, von Medizinern, Pädagogen und Psychologen, die bei ihren Forschungen oft zu ungewöhnlichen Methoden greifen. Sie bitten Chorsänger zu Speichelproben, vor und nach der Aufführung des Mozart-Requiems. Sie messen die Hormonspiegel von Laien- und Berufssängern. Sie vergleichen die Stimmumfänge wenig und viel singender Kinder, untersuchen die Schulleistungen von Kindern, die wenig oder viel gesangsintensiven Musikunterricht bekommen. Und sie erkunden, in Tests und Interviews, wie sich regelmässiges Singen auf Geist und Seele auswirkt, auf Konzentrationsfähigkeit, Stress-Resistenz, soziales Verhalten und Lebenszufriedenheit. Die Befunde der Forscher haben fast schon etwas Hymnisches: Singen ist ein Lebenselixier, ein "Gesundheitserreger". Es hat eine ungleich intensivere Wirkung als das blosse Hören von Musik: Wer singt, stärkt nicht nur seinen Körper, erlernt auch, seine Gefühle besser zu kanalisieren. Und wer seine Kinder regelmässig zum Singen anhält, braucht sich um deren Schulkarriere kaum noch Sorgen zu machen: "Wenn alle von der frühesten Kindergartenzeit bis mindestens zum Ende der Grundschulzeit täglich eine halbe oder eine Stunde spielerisch zum Singen angeleitet würden, dann hätten wir in Deutschland die PISA-Problematik nicht", sagt Karl Adamek, Psychologe, Liedtherapeut und Autor einer Untersuchung zur Heilkraft des Singens. [...] musik(erziehung) und ihre wirkung Eine aktuelle Langzeitstudie an Berliner Grundschulen [...] Für 6 jährige Kinder kann nachgewiesen werden, dass der IQ-Wert mit zunehmender Musikalität steigt. Mehrjährige «erweiterte» Musikerziehung führt nachweisbar bei Kindern aus musikbetonten Grundschulen zu einem signifikanten IQ-Zugewinn. Sozial benachteiligte und in ihrer kognitiven Entwicklung wenig geförderte Kinder profitieren dabei von einer «erweiterten» Musikerziehung. Also ist Bildungspolitik mit Musik zugleich die beste Sozialpolitik. [...] Prof. Hans Günther Bastian, Frankfurter Musikpädagoge musik an der primarschule Pius Haefliger, Februar 2000 [...] Seit Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten, werden in diversen europäischen Ländern immer wieder Untersuchungen angestellt, die die Auswirkung von Musik und somit Musikunterricht auf Schüler der Primarschulstufe zum Thema haben. Die Untersuchungen werden jeweils so eingerichtet, dass verschiedene Versuchsklassen mit unterschiedlich vielen Musiklektionen pro Woche unterrichtet werden. Bei jenen, die wenige Musiklektionen erhalten, werden die fehlenden Stunden natürlich mit anderen Fächern «aufgefüllt». Das Resultat solcher Untersuchungen ist längstens bekannt: Die Schüler mit viel Musik stehen den andern Schülern überhaupt nicht hintennach, weder in Mathematik, noch Sprache noch sonst irgendwo. Das heisst, sie kompensieren mühelos die ihnen vorenthaltenen Lektionen in den obengenannten Fächern. [...] musik ist kommunikaton Schweizer Musikzeitung November 2000 Nr. 11 [...] Es gibt keine menschliche Kultur ohne Musik - Musik ist Kommunikation, die keine Worte braucht und doch über viele Ausdrucksmöglichkeiten verfügt. Wo Sprache versagt, um Trauer, Wut, Sehnsucht, Glück, Verliebtheit, Schmerz, Geborgenheit, Melancholie zu beschreiben, findet Musik den passenden Ausdruck durch Töne, Rhythmen, Klänge und Melodien. Die Musik muss die vom Verstand und Intellekt aufgebauten Mauern gar nicht erst einreissen. [...] musikalische impulse Referat anlässlich LLT 2000 vom 22. November 2000 in Sursee [...] Die moderne Gehirnforschung kann es sogar beweisen: Musikalische Impulse wirken sich phantastisch vorteilhaft aus auf das menschliche Gehirn und damit auf die Entwicklung einer Persönlichkeit: auf Sozialverhalten, Kontaktfähigkeit, psychische und emotionale Stabilität, auf Phantasieentfaltung, kreative Intelligenz. Aus Beobachtungen konnte man es schon immer folgern, jetzt weiss man es auch wissenschaftlich exakt: Die Beschäftigung mit Kunst und Musik stärkt die Person, erweitert das Selbst, beflügelt die Phantasie, läutert den Geist. Und das sind doch genau die vielbeschworenen Schlüsselqualifikationen für Zukunft. Doch statt sie schulisch ernst zu nehmen, kompensiert man sie später mit unsäglich törichten gruppendynamischen Kursen und Kommunikationsseminarien und Selbstversenkungs-Hokuspokus. Zu spät, zu blöd. [...] Ungebildete Sinne sehen nichts, hören nichts, sie sind, im Wortsinne, schwachsinnig. Ein Jammer, nicht nur ästhetisch, sondern vor allem ökonomisch. Gerade das Zweckfreie, die Kunst, könnte sich als das Allerzweckmässigste erweisen. [...] Dr. Ludwig Hasler: Geboren 1945. Dr. phil., Studium der Philosophie. Während vieler Jahre stellvertretender Chefredaktor beim «St.Galler Tagblatt», von 1998 bis 2001 Ressortleiter Kultur und Stellvertretender Chefredaktor der «Weltwoche». Gegenwärtig arbeitet Ludwig Hasler als freier Autor, als Dozent für Medientheorie an der Universität und der Pädagogischen Hochschule St. Gallen sowie als Lehrbeauftragter für Publizistik an der Universität Zürich. Seine Beiträge zu Kultur und Politik verraten den präzisen Zeitdiagnostiker. musik ist eine form des gehirnjoggings Brückenbauer, Donnerstag, 10. Mai 2001 Nr. 15 Man kann mit 85 Jahren anfangen ein Musikinstrument zu lernen und dabei stellen wir fest, dass die Gerhirnzellen, die bisher schon reduziert waren, wieder völlig regeneriert werden. Das heisst, das Musik machen ist eine Form des Gehirnjogging. Das macht nicht nur Spass, sondern dient der Wiederherstellung der Gedächtnisfähigkeit, Kombinationsfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit. Die Konzentration auf das Spiel und die Umsetzung der Notenschrift ist das eine, die Entfaltung der Gefühle, der Empfindungen, der Phantasie ist das andere. Nicht nur kognitives, räumliches, abstraktes Denken werden offensichtlich durch den Katalysator Musik verbessert, ein Instrument zu spielen bedeutet auch, ein Ventil für die eigenen Gefühlen zu haben. Es bedeutet, besser zuzuhören und intensiver in sich selbst hinein zuhören. Die Kinder lernen, sich selbst im Verhältnis zu anderen zu sehen, und dass ihre Fähigkeiten nicht vom Himmel fallen. Die Vorleistung des häuslichen Übens muss unumgänglich erbracht werden. [...] Prof. Dr. Hermann Rauhe Direktor der Musikhochschule Hamburg musikalisches training Brückenbauer, Donnerstag, 10. Mai. 2001 Nr. 15 [...] Musikerziehung fördert ein emotional positiv aufgeladenes Klassenklima. Prof. Hans Günther Bastian, Musikpädagoge, möchte Kinder so früh wie möglich für Musik begeistern, da die intensivste Wirkung von Musikerziehung bei relativ kleinen Kindern zu erzielen ist. Hans Günther Bastian unterzog 8-9 jährige Schüler einem Musikalitätstest, anschliessend einem individuellen Intelligenztest, in dem es um Abstrahieren und gleichzeitiges Herstellen von Verknüpfungen ging. Nach der Auswertung weisen seine bisherigen Forschungsergebnisse darauf hin, dass musikalische Kinder häufig bessere Werte aufweisen. Ihre kognitiven Leistungen sind in der Regel besser, als die ihrer Altersgenossen. Diese Kinder weisen höhere Intelligenzquotienten auf. Welche Rolle spielt dabei das Erlernen eines Instrumentes? Für Hans Günther Bastian sind solche Ergebnisse kein Zufall. Sein Hauptinteresse gilt dem Zusammenhang zwischen Instrumental- spiel und der Intelligenzentwicklung der Kinder. In einer Langzeitstudie wurden ganz normale Kindern ohne musikalische Vorbildung aus dem Arbeiterbezirk Berlin Wedding, hoher Ausländeranteil, aus Familien ohne kulturellen background getestet. Diese Kinder im «Reinzustand» wurden über einen Zeitraum von 6 Jahren mit intensiver, erweiterter musikalischer Erziehung beglückt d.h., 2 Wochenstunden Musikunterricht in der Schule, dazu lernten sie ein Instrument und spielten ausserdem in Instrumentalgruppen zusammen, um zu sehen, wie nun nachzuweisen ist, welche Effekte tatsächlich der Umgang mit Musik mit sich bringt. In Los Angeles machten Forscher der University of California ebenfalls solche Studien in Vierteln mit ausdrücklich nichtpriviligierten Kindern, um der Kritik zu begegnen, nicht das Instrumentalspiel beeinflusse die Intelligenz der Kinder, sondern die Familie und das gesamte Umfeld seinen dafür verantwortlich. Beide Studien kommen zu dem Ergebnis: Musikalisches Training fördert bestimmte Komponenten der menschlichen Intelligenz, wie räumlich-zeitliches Vorstellungsvermögen = Grundlage für mathematisches Denken. Musik spielt die entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Hirnrinde, weil sie die Nerven so anregt, dass die Kinder ganz allgemein im Stande sind, in räumlich-zeitlichen Kategorien zu denken. Brigitte Langnickel-Köhler über Prof. Hans Günther Bastian, Frankfurter Musikpädagoge rhythm is it! Ein Film von Thomas Grube und Enrique Sànchez Lansch [...] Musik ist nicht nur das, was sie ist. Sie ist das, was sie den Menschen bedeutet, was sie für sie tun kann. Die Beschäftigung mit Musik kann den Menschen zeigen, was sie miteinander verbindet. [...] Sir Simon Rattle; Dirigent Berliner Philharmoniker |
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